Content optimieren: So funktioniert die Formel WDF*IDF

Sicherlich sind Sie, wenn die Suchmaschinenoptimierung regelmäßig auf Ihrer To-Do-Liste steht, schon das ein oder andere Mal über die Abkürzungen „WDF“ und „IDF“ gestolpert. Zugegeben, kein ganz einfaches Thema, das auf den ersten Blick sehr technisch und vor allem nur wenig kreativ wirkt.

Aber: Die besten redaktionellen Inhalte bringen nur dann den gewünschten Erfolg in den Google-Suchergebnislisten, wenn nicht auch im Hinblick der OnPage-Optimierung ein paar „Spielregeln“ beachtet werden. Und zu diesen Spielregeln gehört auch die WDF*IDF-Formel, der bei der Texterstellung Beachtung geschenkt werden sollte.

Moment mal – Kann man Texte denn heutzutage, in Zeiten der heiß umkämpften Disziplin „Suchmaschinenoptimierung“, nicht mehr frei heraus schreiben, sondern muss sie nach mathematischen Vorschriften „zusammenbasteln“?

Wir zeigen Ihnen im Folgenden, was dahintersteckt!

WDF und IDF: Die Bedeutung der Abkürzungen

WDF*IDF ist DIE (!) Faustformel um zu berechnen, wie häufig ein bestimmtes Schlagwort im eigenen HTML-Dokument vorkommt und im Verhältnis dazu, wie häufig es in allen im Netz verfügbaren HTML-Dokumenten auftaucht.

Wie häufig ein Begriff im eigenen HTML-Dokument auftaucht, wird mit der Abkürzung WDF beschrieben, die für „Within-Document-Frequency“ steht.

Der zweite Teil der Formel, also die Abkürzung IDF, steht für „Inverse-Document-Frequency“ und setzt die Häufigkeit des verwendeten Schlagworts mit allen im Netz verfügbaren HTML-Dokumenten, die diesen Begriff beinhalten, ins Verhältnis.

Die Gewichtung eines Begriffs („Term“) ergibt sich also aus dem Produkt von WDF* IDF.

Auf den Punkt gebracht bedeutet die Formel:

Ein Dokument wird von einem Begriff umso besser beschrieben, je häufiger er in dem jeweiligen Dokument erhalten ist und je seltener er in anderen Dokumenten vorkommt.

Anmerkung der Redaktion: Der Formel WDF*IDF liegen komplexe mathematische Algorithmen und Strukturen zu Grunde, denen wir uns im Rahmen dieses Artikels bewusst nicht widmen – schließlich möchten wir Ihnen so praxisnah und einfach wie möglich zeigen, wie Sie die Formel für Ihre Zwecke nutzen können.

Das Google-Ranking und: Warum ist WDF*IDF so wichtig?

Gehen wir kurz nochmal einen Schritt zurück und betrachten „das große Ganze“, um die Bedeutung der Formel zu verstehen:

Google arbeitet stetig mit diversen Algorithmen und Updates daran, Usern noch relevantere Ergebnisse auszuliefern. „Relevanz“ ist also das Schlagwort im Zusammenhang mit Google und den Suchmaschinen-Ergebnissen. Eine Website und deren Inhalte müssen dementsprechend als möglichst relevant eingestuft werden.

Die Suchmaschine Google hilft Usern also dabei, genau die Webinhalte zu finden, welche die Intention der Suchanfrage am besten befriedigen. Und das sind üblicherweise die Google-Ergebnisse der Seite 1 (und maximal noch Seite 2). Kaum ein User macht sich die Mühe und durchsucht die hinteren Ergebnisse. Warum auch? Relevante Inhalte, welche die Intention der Suchanfrage befriedigen, werden schließlich ganz vorne angezeigt.

Rund 200 Google Rankingfaktoren sind es an der Zahl – dazu gehören kurze Ladezeiten, die mobile Optimierung der Website, hochwertige und thematisch passende Backlinks, die lokale Suchmaschinenoptimierung, mehrwerthaltiger und einzigartiger („unique“) Content und viele mehr -helfen Google bei der Bewertung von Webinhalten und bei der Einstufung der Relevanz.

Damit eine Website, ein Onlineshop oder ein Blog gut ranken, muss sich im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung an also den Google-Rankingfaktoren orientiert werden.

Dabei geht es um kleinere oder auch größere Veränderungen an verschiedenen Teilbereichen des Webauftritts, die vom Website-Betreiber oder einer beauftragten Agentur / einem entsprechenden Dienstleister vorgenommen werden, um die Leistung der Website und damit auch das Nutzererlebnis auf der Website („User-Experience“) zu verbessern.

Die Formel WDF*IDF ist für Websitebetreiber also ungemein wichtig, um Google einen Anhaltspunkt im Hinblick auf die Relevanz der verfassten Texte zu bieten und unterstützt dabei, den bedeutsamen Rankingfaktor „Content“ so effektiv wie möglich zu gestalten.

Und was ist mit der Keyword-Dichte?

Die Keyword-Dichte galt in der SEO-Branche lange Zeit als wichtiger Faktor im Hinblick auf die Optimierung von Texten. Heutzutage hat sie jedoch an Bedeutung verloren – und: Google selbst hat die Keyworddichte nie offiziell als Rankingfaktor bestätigt.

Aber jetzt mal „Butter bei die Fische“: Soll man vor dem Texten nun auch noch hochkomplexe Berechnung durchführen, oder wie soll das Ganze in der Praxis funktionieren?

Vorgehen: Erstellung von WDF*IDF-optimierten Texten

  1. Um sich mit dem eigenen Content in den Google-Suchmaschinenergebnissen entsprechend weit vorne positionieren zu können, ist es notwendig, im ersten Schritt eine Keywordanalyse durchzuführen – und zwar um überhaupt erst mal zu eruieren, welche Suchbegriffe „gefragt“ sind und wie groß der Wettbewerb ist. Wie genau das funktioniert, haben wir in einem unserem vorigen Blogartikel beschrieben.

     

    Übrigens: Wichtige Anhaltspunkte liefert auch eine Analyse des Contents der Wettbewerber. Sprich, welche Keywords verwendet die Konkurrenz, welche Länge weisen die Texte auf und welche Inhalte behandeln sie. Oftmals können bei dieser Recherche auch neue Anregungen für eigene Keywords und entsprechende Synonyme gewonnen werden.

    Nach diesen eingehenden Analysen und Recherchen, für die ausreichend Zeit einzuplanen ist um sie gründlich durchzuführen, geht es nun (endlich) ans Texten.

  2. Jetzt wird der eigene Text verfasst!

     

    Wichtig ist, dass dieser

    • hervorragend recherchiert ist,
    • den Lesern echten Mehrwert bietet,
    • eine klare Struktur aufweist
    • Fachbegriffe vermeidet (Fachtermini höchstens in Klammern verwendet),
    • die im Rahmen der Keywordanalyse eruierten Schlagworte verwendet, die ein möglichst hohes Suchvolumen bei möglichst niedrigem Wettbewerb aufweisen.

    Das bloße Aneinanderreihen von Schlagworten sollte dabei unbedingt vermieden werden, denn das wirkt nicht nur sprachlich unnatürlich, sondern verprellt möglicherweise auch User und kann durchaus auch zu einer Abstrafung durch Google („Google Penalty“) führen.

    Die Textlänge sollte sich etwa an den Inhalten der Wettbewerber orientieren. Dabei ist allerdings auch die Aufmerksamkeitsspanne der User im Blick zu behalten. Der Content sollte nicht zu ausschweifend werden, aber trotzdem alle die für die Zielgruppe wichtigen Aspekte behandeln.

    Unser Tipp: Für umfangreiche Themen bieten sich Blogartikel-Serien an.

  3. Im nächsten Schritt wird nun ein so genanntes „WDF*IDF-Tool“ angewendet, um zu eruieren, ob die Art und Anzahl verwendeter Schlagworte ausreichend ist und um mit anderen Websites einen Vergleich zu ziehen, wie oben beschrieben – das funktioniert über die dahinterstehende Algorithmik.

     

    Im Netz gibt es hierfür verschiedene kostenlose und kostenpflichtige Instrumente, wie zum Beispiel das WDF*IDF-Tool. Solche Tools ziehen zumeist vergleiche mit den Texten der ersten 10-15 Google-Suchergebnisse und lassen Schlüsse zu, wie erfolgreich die Verwendung von bestimmten Schlagworten im Hinblick auf ein gutes Ranking, im Vergleich zum Wettbewerb, sein kann.

  4. Jetzt wird der Text, entsprechend der Ergebnisse, die das Tool auswirft, nochmals editiert.

Keine Zeit für WDF*IDF?

Zugegeben, das klingt zunächst trotzdem alles wirklich sehr komplex und technisch – wie soll man denn so noch einen kreativen, einzigartigen und mehrwerthaltigen Text schreiben, wenn man gleichzeitig mit diversen Analysen und komplexen Formeln beschäftigt ist?

Das WDF*IDF-Thema ist kein ganz einfaches und kostet zudem auch Zeit, wenn man es richtig angehen möchte. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, diese Formel anzuwenden, damit der Content im Netz gut rankt und für die Zielgruppe auf den vorderen Google-Suchergebnissen sichtbar wird. Das führt wiederum zu potenziellen Neukunden und dadurch langfristig zu mehr Umsatz.

Die Anwendung der Formel richtet sich also an alle, die einen Webauftritt besitzen und betreuen – also nicht nur an den Inhaber selbst, sondern auch an Texter, Agenturen, Redakteure, Freelancer.

Wer keine Zeit hat, sich der Materie ausführlich zu widmen, sollte sich Unterstützung bei einem echten Profi suchen. Das kann eine Onlinemarketing- oder SEO-Agentur sein, oder ein entsprechender Freiberufler. So können das Potenzial und die Chancen, die sich hinter dieser Formel verbergen, trotzdem genutzt werden – schließlich wird damit einem weiteren wichtiger Rankingfaktor von Google Rechnung getragen.

Echte Profis finden Sie bei Durchstöbern der Angebote von Dienstleistern in unserer SEO-Jobbörse. Als Auftraggeber können Sie hier auch eine Anzeige schalten und sich von entsprechenden Experten finden lassen.

Übrigens: Als Auftraggeber können, bei der Auslagerung der Texterstellung, mit Hilfe der WDF*IDF-Formel bereits entsprechende Vorgaben getätigt werden, an denen sich die Redakteure dann halten.

Fazit

Ein guter Text entsteht nicht dadurch, dass verschiedene Schlagworte „zusammengepuzzelt“ werden, sondern vielmehr über hervorragend recherchierte und leicht verständliche Inhalte, die im natürlichen Schreibstil die entsprechenden Schlagworte und deren Synonyme aufgreifen.

Wichtig ist auch, ob es …

  • einen roten Faden gibt,
  • alle thematisch relevanten Aspekte abgehandelt wurden,
  • der Text klar strukturiert ist und mit passendem Bildmaterial und Infografiken angereichert wurde und
  • die Frage, ob und welche Gesichtspunkte für den Leser unbeantwortet geblieben sind – diese sollten im Nachgang unbedingt noch behandelt werden.

Texte werden immer noch in erster Linie für den User geschrieben, daher sind Leserlichkeit und Qualität von Texten das A und O – aber in Zeiten von Google und den hart umkämpften Rankings ist es notwendig, auch die „Bedürfnisse“ der Suchmaschine zu befriedigen. Und das gelingt, wie wir in diesem Artikel gezeigt haben, mit Anwendung der Termgewichtungsformel, wenn sie „lesernah“ angewandt wird.

Eines ist in diesem Zusammenhang aber ganz klar zu sagen:
Die WDF*IDF-Formel ist kein „Allheilmittel“, sondern vielmehr als Beitrag zum „großen Ganzen“ im Rahmen einer ganzheitlichen On- und OffPage-Suchmaschinenoptimierung zu sehen. Dass ein Text innerhalb kürzester auf Platz 1 der Google-Suchmaschinenergebnisse landet, ist utopisch.

Aber: Wer so viele Rankingfaktoren wie möglich abdeckt, hat eine gute Chance, langfristig mit seinem Content weit vorne zu ranken – und dazu gehört auch die Anwendung der WDF*IDF-Formel, da sie – richtig angewendet – für eine höhere Relevanz sorgen kann.



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